Portugal: Teil 2

Lagos

Eine Freundin hatte uns empfohlen, auf unserem Weg in Lagos vorbei zu schauen. Das war eine super Idee, denn Lagos ist wunderschön und sehenswert. Die kleine Stadt am Meer ist hell, nicht so hoch bebaut, nicht überfüllt und sehr herzlich. Es gibt einen kleinen Hafen und auch eine tolle Uferpromenade mit verschiedenen Händlern, bei denen wir viele Kleinigkeiten gekauft haben. Von Kleidung, über handgefertigten Schmuck, Decken, Schals, bis hin zu einheimischen Köstlichkeiten kann man sich hier austoben. Es gibt Bootsfahrten zu Steinhöhlen und Inseln und eine süße Innenstadt mit kleinen Cafés. Wir waren im Café Bora und haben leckere Smoothies und Sandwiches bestellt, ein richtig entspanntes Frühstück.

In Lagos haben wir viele Hostels und Appartements gesehen, man kann hier mit Sicherheit toll Urlaub machen! Landschaftlich ist es sehr schön und die lebendige Stadt hat ebenfalls eine Menge zu bieten.

Troia

Wir hatten tolle Bilder von der Insel Troia gesehen und wollten hier unbedingt an den Strand – am liebsten zum Kiten! Nach einer 20 Minuten Fährfahrt für insgesamt 16 € kamen wir auf der wirklich schönen Insel an, die mit ihren modernen Straßen, Häusern und einer wie neu angelegten Stadt einen gepflegten und einladenden Eindruck machte. Außer uns hatten sich dieses Ausflugsziel allerdings so viele andere Touristen ausgesucht, dass wir mit unserem Bulli keinen Parkplatz in dem kleinen Ort bekommen konnten. Das es überwiegend Tiefgaragen mit 2,00 m Begrenzung gab, machte die Suche allerdings auch sehr schwer.

Etwas enttäuscht fuhren wir Richtung Insel- Festlandsübergang und konnten einen sehr abgelegenen Kasernenparkplatz finden, um uns wenigstens den Strand ansehen zu können: Und der war einfach wunderschön… Ganz wenige Badegäste, keine Hotelanlagen, kein Müll im Sand – schade, dass es hier auch keinen Campingplatz gibt, dann wären wir sicherlich hier geblieben. Der angesagte Wind blieb dann leider so schwach, dass wir nach einem Strandspaziergang mit Kaya weiter Richtung Alvor fuhren. Definitiv aber eine empfehlenswerte Insel, die mit normalem PKW auch genügend Parkmöglichkeiten bietet.

Alvor

Ursprünglich hatten wir diesen Stopp zum Kitesurfen herausgesucht, der Wind wollte sich in diesen Tagen allerdings einfach nicht blicken lassen. Da uns Alvor auch von Einheimischen empfohlen wurde, sind wir trotzdem hierher gefahren. In der Gegend und der Nähe zum Wasser gab es nur einen Campingplatz, so mussten wir trotz eines ersten schlechten Eindrucks für eine Nacht bleiben. Diese Nacht war dann eine ziemlich schlechte auf einem mehr als chaotischen Platz, mit zischenden Kabeln, lauter Musik und Familienstreitereien, die direkt vor unserem Bulli-Fenster verübt wurden. Für den kompletten hinteren Teil des Platzes gab es nur ein Klo und eine Dusche, was nicht nur hygienetechnisch fraglich ist, sondern auch zu einer schnellen Schlangenbildung führte. Insgesamt gab es mehr herumstehende, kreuz und quer parkende Autos als Zelte und auch die Elektrizität verabschiedete sich an dem Abend mehrfach.

Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir am nächsten Morgen geflüchtet – ohne uns noch den Strand oder die Stadt angesehen zu haben. Es ist wirklich schade, dass man einen so schlechten Eindruck bekommt, weil es nur einen Campingplatz gibt, denn ich glaube das Alvor schon eine schöne und sehenswerte Stadt ist.

Salema – ECO-Camping

Eine absolute Wohltat nach der letzten Nacht! Was für ein schöner, naturbelassener und zugleich moderner Campingplatz. Ziemlich verrückt gelegen, aber mit tollem Konzept und klasse Sanitäranlagen. In einen Steilhang gebaut, hat man von der obersten Zone einen irren Blick über Pinienwälder und Felder. Zum Strand ist es ein Fußmarsch von 750 m, den die meisten hier doch lieber mit dem Auto bewältigt haben. Einziges Manko am Campingplatz: Durch den Bach, der sich von einem zum anderen Ende durch den Platz zieht, gibt es sehr viele Mücken! Man sollte also ausreichend Schutz parat haben, oder sich wie wir direkt das Moskitonetz im Wagen einrichten.

Die Stadt ist zwar klein, aber mit den typischen Gassen und Restaurants absolut gemütlich und einladend. Auch der Strand ist schön, mit einem kurzen Stück Sand und Wellen, die ganz vorne brechen. Trotz der Größe Salemas, ist es nicht überfüllt oder hektisch hier. Auf den Parkplätzen haben wir viele PKWs beladen mit Surfmaterial gesehen und auch auf dem Wasser gab es hier und da ein paar Wellenreiter zu sehen.

Salema bietet sich auch als toller Ausgangspunkt für den Besuch diverser Buchten, Strände und einigen Kitespots um Sagres an. Wir waren einen Tag in Martinhal zum Kitesurfen, Tonel ist aber auch nicht weit – und nach unserer schlechten Campingplatzerfahrung in Alvor, wäre es sicherlich auch toll von hier aus nach Alvor zu starten. Zudem soll die Bucht in Burgau sehr schön zum Schwimmen und Sonnenbaden sein.

Wenn ihr also einen noch nicht so vollen Spot in Portugal sucht, wo trotzdem was los ist schaut doch mal in und um Salema vorbei!

Martinhal

Hier weht der Wind meist ablandig und bügelt so die Wellen glatt und man hat einen klasse Flachwasser-Spot – wir haben einen Tag mit auflandigem Wind erwischt und damit auch recht hohe, stürmisch brechende Wellen. Die Strömung war so stark, dass keiner der Badegäste zum Schwimmen ins Wasser gegangen ist. Heiko hat sich trotzdem in die Fluten gestürzt, wurde aber etwas enttäuscht, da der Wind ziemlich mau war an diesem Tag.

 

Der Spot an sich ist aber sehr schön gelegen und nicht überfüllt. Es gibt auch ein Restaurant direkt am Strand, mit Blick aufs Wasser und die Dünenlandschaft. Der Parkplatz ist groß genug und nah am Wasser – deshalb gibt es auch kein Geschleppe. Schaut euch vorher den Forecast an und entscheidet dann je nach Windrichtung, ob Martinhal was für euch ist. Je nach dem, ob ihr Lust auf Welle oder Flachwasser habt...


Achtung: offenes Feuer

In Spanien und Portugal ist es nicht auf allen Campingplätzen gestattet, offenes Feuer zu machen (Wald)branntgefahr). Wenn ihr also keinen Gasgrill habt, denkt daran eure Essenvorräte so zu planen, dass es auch mal ohne Grillen geht.


Olhao

Die nächsten Tage hatten wir dann das volle Luxus-Paket: Ein Freund lud uns ein ihn bei seinen Kumpels in der Villa zu besuchen. Ein super schönes Haus, oben auf dem Berg in Moncarapacho – mit einer wahnsinns-Aussicht über Olhao, Fuzeta bis nach Faro… Geschlafen haben wir zwar trotzdem im Bulli, ansonsten hatten wir aber das volle verwöhn-Programm mit Pool, Arbeitszimmer mit Ausblick, frische Feigen, leckere Schnitzel und wunderbare Tage und Abende mit neuen und alten Freunden.

Von Fuzeta aus, kann man mit dem Boot ein paar kleine Inseln in der Umgebung anfahren. So haben wir mit Allemann einen Tag auf der Ilha da Armona verbracht, waren Surfen, mit dem Bodyboard draußen, oder haben am Strand entlang Muscheln gesammelt – ganz entspannt. Ab und an kommt hier auch jemand vorbei, der mit seinem Bauchladen aussieht wie ein Eisverkäufer im Kino: In der Box befinden sich allerdings Berliner-artige Gebäcke, die mit Creme oder Schokolade gefüllt sind – ein Traum!

In Fuzeta gibt es wohl direkt am Wasser gelegen auch einen Campingplatz, falls ihr also einmal die Gegend erkunden wollt, gibt es auch genügend Schlafmöglichkeiten.

Faro

Gemeinsam mit unseren Freunden, sind wir dann auch einen Abend nach Faro gefahren. Die Stadt ist viel kleiner und umwuseliger, als Porto oder Lissabon. Durch die frisch überpinselten Fassaden und die überall abgehängten Markisen, wirkt es etwas künstlich, aber auch einfach schick gemacht. Natürlich kann man auch hier super essen gehen, es gibt viele der so genannten „Rooftop-Restaurants“ mit tollem Ausblick und vor jedem Restaurant die Möglichkeit direkt an der gepflasterten Promenade zu sitzen.

Nach dem Essen sind wir noch eine ganze Weile durch die Gassen, am Hafen und den kleinen Ständen vorbei geschlendert. Tagsüber, wenn die Geschäfte offen haben, ist hier sicherlich noch sehr viel mehr los. Fargo wirkte, neben Lissabon und Porto viel ruhiger und entspannter. Auch hier hört man von überall her Musik, es spielen Leute Instrumente oder tanzen, aber nicht so laut und vordergründig wie man es aus anderen Großstädten hier gewohnt ist.

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Kommentare: 1
  • #1

    DorisMaria (Mittwoch, 24 August 2016 13:54)

    Herrlich endlich wieder was zu sehen und zu lesen, Danke ! Man kann sich nach deiner Schilderung alles so schön vorstellen, schade das wir uns erst auf Sizilien sehen. Portugal wäre was für mich. Grüße an alle!!!!!