Frankreich

Unsere Freunde mit denen wir die Reise begonnen hatten, fuhren abends mit der Fähre Richtung Frankreich – wir sollten eigentlich erst Sonntags in die selbe Fähre steigen, um nach Le Havre zu kommen… Wegen eines Buchungsfehlers unsererseits, machten wir uns dann aber schon am gleichen Tag auf, um durch den Eurotunnel nach Frankreich zu kommen. Wir hatten keine Kabine für uns gebucht, mit Hund kann man auf dieser Fähre aber nur in einer „Dog-friendly-Cabin“ reisen – und da wir noch nie den Eurotunnel genutzt hatten, war das eine willkommene Gelegenheit – und so kamen wir am Freitag Abend, nach 2 Stunden Autofahrt und 35 Minuten Tunnel in Calais an.

Etretat

Weil wir unbedingt den „weißen Elefanten“ sehen wollten, der sich durch eine Höhlung an der Steilküste Etretats gebildet hat sind wir von Calais aus als erstes hierher gekommen. Nach einer kurzen Nacht mitten in der Stadt, sind wir mit Kaya erwartungsvoll zum Wasser gelaufen – und waren dann erstmal von der „Größe“ der Steilküste überrascht. Nach den meterhohen Küsten-Abschnitten, die wir in Schottland gesehen hatten, war der erwartete Riese nur ein Baby-Elefant – dafür war der Aufstieg dann auch nicht so beschwerlich wie wir es von Schottland gewohnt waren und wir genossen den herrlichen Ausblick über die kleine Stadt. Fischer fuhren mit ihren Booten hinaus, Stände entlang des Wassers öffneten sich und die Putzkolonne Etretats wienerte den Strand – und wir brauchten uns nur zurück lehnen und dem bunten Treiben zuzusehen.

Lancieux

In Lancieux wollten wir eigentlich kiten – am Ankunftstag wäre sogar gerade genug Wind gewesen, aber wir brauchten eine Pause. Die nächsten Tage war es dann fast windstill und wir haben mehr Pause gemacht, als uns lieb war. Dabei war es ein traumhafter Spot zum Kitesurfen, vor allem als Anfänger hat man hier unendlich viel Platz und Möglichkeit zum Üben. Während die Bucht bei Ebbe so gut wie trocken liegt, bildet sich ca. 2 Stunden vor und nach Flut, ein tolles Spielparadies. Flaches, fast klares Wasser, das nur in der Mitte  des Beckens mal weniger stehtief ist. Die Felsen in Landnähe sind super zu sehen und ansonsten hat man den feinsten Sand unter den Füßen. Es tummeln sich auch im Sommer nur eine handvoll Badegäste hier herum – und an dem windigen Abend hat es gerade mal einen Kiter auf dem Wasser gegeben. Es soll aber auch eine Kiteschule in der Nähe geben, die ihre Schüler hier zum Surfen herbringt.

Unser Campingplatz hatte zwar keinen eigenen Strandabschnitt, aber direkten Zugang dorthin. Kommt man aus dem Eingangsbereich des Platzes heraus, kann man den Strand bereits sehen und ist in weniger als einer Minute da. Trotz Ferien in Frankreich war hier super wenig los – und das an einem so schönen Strand. Der Campingplatz selbst war nicht der Knaller, aber vollkommen ausreichend für einen kurzen Stopp. Vor allem bei Hitze würden wir ihn nicht empfehlen, da es kaum bis gar keine schattenspendenden Bäume gab. Zu dem Campingplatz gehörte auch ein Bereich mit kleinen  „mobile homes“, falls es euch mal hierher ziehen sollte und ihr ein wenig mehr Komfort haben möchtet, wäre das eine gute Alternative!

Man hat uns auch den Tipp gegeben, bei Ebbe nach „Herzmuscheln“ zu suchen. Viele waren dann mit kleinen Harken bewaffnet im feuchten Sand unterwegs, um die noch geschlossenen Muscheln zu sammeln. Diese werden anschließend in Weißwein gekocht und nur mit Salz und Pfeffer gewürzt. Achtung: Nur die geschlossenen einsammeln und solche, die sich beim Kochen nicht öffnen wegsortierten!

Ile de Ré – Ars-en-Ré

Über eine Brücke bei La Rochelle, kommt man auf die Ile de Ré. Eine schöne, kleine Insel mit netten Dörfchen, einigen Shops und einer süßen Hafenstadt namens St. Martin de Ré. Ein paar Kitespots gibt es laut Kiteführer zwar, aber wir waren in erster Linie wegen der schönen Umgebung hierher gekommen. Der Campingplatz bei Ars-en-Re war ein Traum: Saubere, gepflegte Sanitäranlagen, große Parzellen mit Sträuchern und Bäumen für Schatten und ein privater Ausgang zum Strand. Leider war dieser nur bei Flut richtig schön, ansonsten hat man einen eher beschwerlichen Gang ins Meer – über fiese, mit Algen bewachsene Steine. Für schwimmbegeisterte gab es aber zusätzlich noch einen Pool auf dem Platz.

Da es ziemlich heiß war während unseres Aufenthaltes, waren wir mehr als froh um die so schön umpflanzten Parzellen und haben auch die Nähe zum Strand ausgenutzt, der auch für Hunde geöffnet war. So konnten wir mit Kaya spazieren gehen, ins Wasser springen und bei Ebbe die kleinen, fleißigen Krebse im Sand beobachten.

In St. Martin de Ré haben wir sehr leckere Crèpes gefrühstückt und sind anschließend noch ein wenig durch die Stadt gebummelt – mir hat die Insel sehr gut gefallen und ich kann mir vorstellen einmal für einen längeren Urlaub zu bleiben.

Dune de Pyla

Was für eine krasse Laune der Natur – wenn ihr in der Nähe seid, schaut euch das auf jeden Fall an! Die Dimensionen der „größten Wanderdüne Europas“ hätte ich mir niemals ausmalen können. Erst wenn man selbst inmitten dieser „Wüste“ steht, erkennt man die Weite und Höhe dieses Schauspiels. Nicht umsonst strömen Paraglider aus allen möglichen Ländern hierher… Die Campingplätze sind sehr teuer, aber der direkte Zugang zur Düne lohnt sich wirklich. Mich hat diese Landschaft stark beeindruckt und ich hätte stundenlang dort oben sitzen können und den winzigen, nur noch als Punkte erkennbaren Menschen beim Planschen und den Übungen der Paraglider über mir zusehen können.

Laut Internet ist die Düne 110 Meter hoch, 500 Meter breit und etwa 2,7 Kilometer lang. Das geschätzte Volumen beträgt 60 Millionen Kubikmeter! Sie liegt an der Meeresöffnung des Beckens von Arcachon, falls ihr also einmal dort unterwegs sein solltet – schaut euch dieses wunderschöne Stück Natur unbedingt an. Wir sind an einem frischen Abend bis ans Wasser runter gelaufen, der Rückweg war dann ziemlich anstrengend. An den nicht so steilen Stellen hat man eine Steigung von 5 – 10 Grad, andere Stellen liegen bei 30 – 40 Grad Steigung.

Man kann sich den Sonnenuntergang ansehen – gegen Abend sind auch die Paraglider hier aktiv und man hat noch etwas Action nebenher. Die bunten Schirme am Himmel, die staunenden Menschen um einen herum – es ist schon ein außergewöhnlicher Ort, sogar Kaya war wie hypnotisiert…

Moliets-et-Maa

Ein echtes Surfer-Städtchen: Campingplätze direkt am Wasser, Shops mit den bekannten Labels, gutes Essen, Musik am Strand und entspannte Leute. Wir sind drei Tage hier gewesen und waren jeden Tag Wellenreiten. Der Strand ist ziemlich breit, wodurch man schon einige Meter machen muss – aber er ist mit feinstem Sand ausgestattet! Bei Flut füllt sich ein Stück Land einwärts ein Fluss, der ringsum grün bewachsen ist und vor allem als Spaziergehgebiet für Hundebesitzer beliebt ist. Da in der Gegend Naturschutzgebiet ist und viele Vogelarten brüten, ist der Hund allerdings an der Leine zu führen und ist an einigen Teilen des Strandes auch ganz verboten.

Die Wellen brechen überwiegend geordnet, bei ablaufendem Wasser sind sie schön seicht und toll zu fahren. Bei Flut kracht es dann schonmal richtig und die Wellen werden etwas ungestüm. Mehrere Surfschulen sind hier ansässig, weshalb es schonmal voll werden kann auf dem Wasser. Zum Üben ist Moilet echt grandios und ich denke auch Aufsteiger haben hier ihren Spaß. Wir haben auch einige Kiter gesehen, aber der Wind ist doch recht Schwach.

Auch sonst hat Moliets einiges zu bieten: Die Einkaufsstraße zieht sich bis zum Strand, neben Eisdielen, tollen Restaurants und Shops, gibt es auch das ein oder andere Spielparadies für Groß und Klein – ein bisschen wie auf einer Kirmes.

Wir haben abends in der „Dune“ Muscheln gegessen – ein süßes kleines Restaurant, direkt an der Promenade und dem bunten Treiben. Wir haben uns sehr nett mit den Tischnachbarn unterhalten und bis zwölf Uhr draußen gesessen. Da es in Moliets recht voll ist, muss man in den meisten Restaurants einen Tisch vorbestellen – aber es lohnt sich!

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Kommentare: 4
  • #1

    Horst von Wyl (Montag, 25 Juli 2016 20:01)

    Super-Aufnahmen
    (auch die unveröffentlichten)
    Du wirst immer besser
    weiter so

  • #2

    Flow (Dienstag, 26 Juli 2016 07:33)

    Klasse! Es ist echt wunderbar das hier zu lesen und euch so ein wenig zu begleiten:)

  • #3

    DorisMaria (Dienstag, 26 Juli 2016 11:22)

    Hallo ihr Lieben wunderbare Beschreibung . Jetzt seit ihr schon einen Monat unterwegs***++. Mich würde interessieren in welcher Sprache ihr Euch am besten verständigen könnt und reichen die Französisch Kenntnisse aus?? Bis dann dann!

  • #4

    Bella (Mittwoch, 03 August 2016 14:43)

    Sieht super aus :-))) vermiss dich Sarah :-*
    Poste schön weiter so!