Cornwall – die Karibik Englands

Nachdem wir in Schottland und Irland etwas Pech mit dem Wetter hatten, waren wir sonnenhungrig schon früher nach Cornwall übergesetzt. Was als Südsee Englands bekannt ist, hat uns nicht enttäuscht, tagsüber war es überwiegend deutlich wärmer – und wir wurden mit einigen tollen Surfspots überrascht.

St. Ives

Unser erster Halt hieß St. Ives, eine süße Stadt am Wasser, mit kleinen, verwinkelten Gassen und ebenso versteckten vielen Shops, Restaurants und Cafés. In der Bucht, ganz in der Nähe der Stadt haben wir einen supertollen Campingplatz aufgetan, mit direktem Zugang zum Strand. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es auch direkt für alle aufs Wasser: Sowohl Wellenreiter, als auch Kitesurfer kommen hier auf ihre Kosten! Der rechte Teil des Strandes wurde von der Surfschule genutzt – die Wellen brechen aber überall gleich gut und gleichmäßig, sodass genug Platz für alle bleibt. Die großen und kleinen Wellen bieten viele Spielmöglichkeiten: Bei Hightide gibt es lang auslaufende Wellen, geht das Wasser zurück, brechen die Wellen direkt vorne am Strand. Ganz vereinzelt liegen Felsen im Wasser, man sollte also vorausschauend fahren. Vor allem bei Süd-West-Wind ein toller Spot.

Unser Campingplatz war einfach perfekt für Surfer – nicht nur wegen der Nähe zum Spot und zur Surfschule – eine richtig warme Neodusche machte einem das Umziehen leicht und die Pizza, die man am Tag für den Hunger nach der Session vorbestellen konnte, war ein Traum. An der Rezeption kann man morgens frisches Brot kaufen und der dazu gehörige Shop bietet ein schönes Sortiment an Lebensmitteln und Grillbedarf.

Down the Line – Surfshop St. Ives

Auf einer Mappe, die wir in der Rezeption gefunden hatten, war im nächsten Ort ein Surfshop eingezeichnet – hoch motiviert habe wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht und sind am Strand entlang und durch die Dünen hindurch nach Hayle marschiert. Falls ihr so etwas vorhabt: Fahrt besser mit dem Auto rüber – es ist doch weiter als man denkt! Und die grandiose Auswahl an Surfbrettern erfordert anschließend mit großer Wahrscheinlichkeit die Transportmöglichkeit mit dem Auto. Es lohnt sich definitiv hier vorbei zu schauen, neben Boards und allem Zubehör, gibt es auch Klamotten, Schuhe, Uhren und vieles mehr zu entdecken.

Bigbury Bay

Diese Bucht ist vor allem bei Wellenreitern bekannt und beliebt, da hier tolle, gleichmäßige Wellen brechen. Es gibt eine Surfschule direkt am Strandabgang, bei der man auch Material leihen kann.

Wer hier hin will, kann sich schonmal auf eine abenteuerliche Anreise freuen. Straßen sieht man von außerhalb kommend nicht – diese sind in „grünen Tunneln“ versteckt, Büsche und Sträucher wachsen wie Wände links und rechts, sodass gerade einmal ein Auto hindurch passt. Nur ganz vereinzelt gibt es Einbuchtungen und wenn man Pech hat, muss man mehrere Meter rückwärts fahren, wenn einem jemand entgegen kommt. So stören die Straßen nicht das Landschaftsbild der Gegend, man bleibt allerdings auch völlig orientierungslos, da man nur an den wenigen Kreuzungen einen Blick aus den grünen Tunneln bekommt. Irgendwann wird man dann recht plötzlich aus diesem Wirrwarr herausgesucht und befindet sich auf einer „Hauptstraße“ die auch zur Bigbury Bay führt.

Ihr könnt euch nun vorstellen, das es hier kaum irgendetwas erwähnenswertes an Infrastruktur gibt. Zwei Parkplätze an der Bucht, die beide gebührenpflichtig sind, ein winziger Shop mit Wasserspielzeug und anderem Krimskrams und ein nettes Beach-Restaurant am Strandabgang, das wars auch schon. Der nächste Campingplatz ist einen guten Fußmarsch weit weg, einen Weg den man nicht jeden Tag mit seinem Material laufen möchte.

Die Bucht teilt sich in drei Strandabschnitte auf, an zweien laufen superschöne Wellen hinein. Der rückwärtig liegende Strand hat nur etwas unruhiges Wasser, keine Wellen, fast glatt – man könnte hier kitten, die Schilder waren allerdings nicht eindeutig verständlich. Am Hauptstrand sollte man nicht Kitesurfen, welches aber nun genau der Hauptstrand war, konnte man an der Zeichnung nicht wirklich verstehen. Da aber zu wenig Wind vorhanden war, haben wir es auch nicht ausprobiert. Stattdessen haben wir abends den Wellenreitern, Schülern wie Profis zugesehen und den Blick über die Steilküste auf den Spot genossen.

Was hier außergewöhnlich ist, ist das ein Teil des Landes bei Flut so überspült wird, dass aus der anhängenden Landzunge eine Insel wird – es ist einfach irre dabei zuzusehen, wie sich der Wasserstand erhöht und man schließlich nur noch per Boot von der winzigen Insel runter kommt. Wir haben auf dem Parkplatz direkt an der Klippe gestanden und hatten eine klasse Aussicht auf die Insel, die Bucht und die weiter entfernten Felder, die im Sonnenuntergang glänzten. Landschaftlich wieder richtig toll, aufgrund der fehlenden Infrastruktur sind wir aber nur auf einen kurzen Besuch geblieben.

Weymouth – Portland Habour

Eigentlich hatten wir uns für die darauf folgenden Tage einen Strandabschnitt ausgesucht, der durch eine lange Sandbank so vom Meer getrennt ist, dass dort perfekte Flachwasserbedingungen herrschen – Duck Pond. Der auserwählte Campingplatz hat wieder einen direkten Zugang zum Strand und mit ein paar Hecken und Bäumen endlich auch mit windgeschützten Bereichen ausgestattet. Dort angekommen, teilte man uns aber leider mit, dass die ganze Gegend in einem Naturschutzgebiet liegt und nicht einmal das Schwimmen erlaubt ist.

Auf unserer Weiterfahrt, haben wir spontan an einer Bar gehalten: „Billies Diner“, deren Terrasse am Wasser lag – und siehe da, es waren bereits einige Windsurfer auf dem Wasser. Wir hatten einen weiteren coolen Spot gefunden – Weymouth (Portland Habour). Kein wirklich schöner Strand, Kieselbedeckt, sehr schmal, kurzer flacher Dünenabschnitt und man hat die Hauptstraße im Blick. Bei unserer Ankunft war gerade ablaufendes Wasser, was eigentlich nicht optimal ist für diesen Spot, da dann die Strömung recht stark ist. Der immer mehr werdende Wind lockte noch einen weiteren Kiter aufs Wasser und da auch endlich die Sonne rauskam, hatten wir noch ein paar Stunden Spaß beim Kiten. Das Becken ist stehtief, das Wasser schön flach und nach dem Einstiegsbereich ist der Untergrund sandig.

Chisel Beach

Direkt gegenüber des entdeckten Spots, befindet sich das weitläufige Naturschutzgebiet entlang des offenen Meeres. Hier erschließt sich einem ein ziemlich gewöhnungsbedürftiges Bild: Der komplett mit gleichmäßig runden Kieselsteinen bedeckte Deich – der Kilometerweit am Ufer entlang führt. Was ungewöhnlich ausschaut, bietet allerdings im abendlichen Sonnenlicht, ein wahnsinnig schönes warmes Farbenspiel. Das leicht unter Wasser stehende flache Land dahinter, mit Felsen, Sträuchern und einer Holzbrücke sehen neben dem recht künstlichen Deich so idyllisch wie einsam aus.

Wir haben lange auf den sonnenwarmen Kieseln gesessen und aufs Meer geschaut, die Wellen brachen immer direkt au den ersten Metern des Deichs. Wer sich einmal in die Nähe von Portland Labour verirren sollte, muss sich unbedingt mal hier her setzen und sich die untergehende Sonne über der Kieselwüste Chisel Beach’s anschauen.


Tipp: Avon Beach

Wer nicht unbedingt zum Surfen in Cornwall unterwegs ist, dem können wir Avon Beach empfehlen. Ein toller langer Sandstrand mit netter Promenade und einem sehr empfehlenswerten Restaurant – „Noisy Lobster“. Wir haben hier gefrühstückt, es gab kleine runde Brötchen mit Ei und Lachs, oder auch Avocado – mal was anderes, als das so übliche, fleischlastige Breakfast in vielen Teilen Englands. Das Restaurant ist direkt an der Promenade gelegen und man hat einen herrlichen Blick auf den Strand und das Wasser. Viele Familien mit Kindern machen hier Halt und auch einige Hunde wurden spazieren geführt. Ein Parkplatz am Restaurant, der groß genug ist, macht auch die Anreise einfach.


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    DorisMaria (Freitag, 22 Juli 2016 19:19)

    Eure (oder Deine)Beschreibungen und Informationen sind sehr anschaulich man ist immer dabei. Weiter so,Danke!